12.-13. Schuljahr mit IB Diploma Programme (IB DP)

Ein Schwerpunkt des IB-Diplomprogramm im 12. und 13. Schuljahr ist es, den Schülern ein interkulturelles Verständnis, Offenheit und die Einstellungen zu vermitteln, die sie benötigen, um verschiedene Ansichten respektieren und beurteilen zu können.

Gemeinsamkeiten des IB-Bildungsgangs mit der Waldorf-Pädagogik

Das IBDP ist ein anspruchsvoller Lehrgang, der die Schülerinnen und Schüler effektiv auf das Hochschulstudium vorbereitet. Sie belegen Fächer aus sechs Bereichen: zwei moderne Sprachen [1/2], ein geistes- oder sozialwissenschaftliches Fach [3], eine experimentelle Wissenschaft [4], Mathematik [5] und ein Fach aus dem Bereich der Künste [6]. Statt des künstlerischen Fachs kann auch ein zweites Fach aus den Gruppen [1–5] ausgewählt werden (z. B. eine dritte Fremdsprache).
Diese Fächer gruppieren sich um einen pädagogischen Kern, der einige Parallelen zum Waldorf-Lehrplan aufweist. Denn neben dem Unterricht, dem selbständigen Arbeiten und den Prüfungen in den einzelnen Fächern legt das IB-Programm grossen Wert auf Bildung und Weiterentwicklung im persönlichen, emotionalen und sozialen Bereich. Dieser Ausbildungskern bereitet die Schüler nicht nur optimal auf die Herausforderungen einer Hochschule, sondern auch auf eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben vor. Er ist obligatorisch und besteht aus drei Teilen:

  • Während der Arbeit am Extended Essay (ein umfangreicher Fachaufsatz, vergleichbar mit einer Maturaarbeit oder einer 12.-Klass-Arbeit an einer Steinerschule), werden die Schüler mit den Anforderungen von wissenschaftlichen Arbeiten vertraut. Unter der Anleitung eines Mentors erforschen sie eine selbstgewählte Fragestellung.
  • Das interdisziplinäre Fach Theory of Knowledge (Erkenntnistheorie) beschäftigt sich mit ethischen und philosophischen Fragestellungen mit multikultureller Perspektive. Es werden zwischen traditionellen akademischen Disziplinen Verbindungen hergestellt und die Natur des Wissens erforscht.
  • Alle IB-Diplomprogramm-SchülerInnen sind aufgefordert, sich künstlerisch oder sportlich zu betätigen. Daneben wird erwartet, dass eine bestimmte Anzahl Stunden an Freiwilligenarbeit geleistet wird. Das Programm Creativity, Activity, Service (Kreativität, Aktivität, Sozialdienst) stellt sicher, dass die Schüler als Gegengewicht zu den akademischen Anforderungen einen Ausgleich in körperlichen, künstlerischen oder zwischenmenschlichen Betätigungen finden können. Sozialpraktikum, Theater- oder Eurythmieprojekte lassen sich wunderbar mit diesem IB-Kernbereich verbinden.

Damit sich die interessierten Schüler (auch solche ohne Waldorfschul-Vorbildung) auf den Besuch des IB-DP vorbereiten können, wurde im Sommer 2016 ein 11. Schuljahr als Vorbereitungsklasse auf das IBDP (mit Fremdsprachaufenthalt) eingeführt.